Hier geht es um Sprache!

 

Lautieren, Silbenketten bilden, das tue ich den ganzen Tag.   Ich imitiere das Klangbild der Sprache, es klingt wie eine Fremdsprache, sagen die Leute. Einmal ist Mama schon gefragt worden, ob sie eine Deutsche sei, weil doch die Tochter fließend ausländisch spricht.
Mama sagt, meine Lautmalerei ist so süß, sie kann es leider nicht wiedergeben. Für Tonaufnahmen, die hier abgespielt werden könnten, fehlt uns leider die Technik.

 

Sofia, 3 Jahre, hat ihre eigene Sprache
Dafür gibt es einen kurzen Einblick in mein aktuelles

W ö r t e r b u c h
(es ändert sich jedoch oft)                                                    (Stand 1/03, 4 Jahre)

 

Ada     Fortgehen, Spazieren  

Appa   Opa

Audi   Auto

awro   aufräumen

Ba       Ball

bahvolle Windel oder pfui    Bibi     Baby, kleines Männchen/Tierchen/Vogel

Bibi ei  Bibi genanntes streicheln

bita     später z.B.gibt es was Süßes

Bo       Brot mit Nutella  

Brei     Brei

Bruder Bruder Florian

da        da (zeigen)

DeckaFlugzeug  


ei     
streicheln     

fah ma
fahren wir   

ferti   fertig    

ga         gehen

geh ma gehen wir

halla     hallo

Halla     Telefon

ja         ja   

hei       heiß

Kai Kaba heiß        

Ke  Keks      

Kinda  Kinder     

Li          Licht   

liege      liegen   

Kriga      

Kristina Schwester  

Ma          Essen 

Mama    Mama   

Mamaga
Anorak, Jacke
 
 

Papa       Papa

pi           pieks  

ssau da   schau da

Tiddi      Tizi Nachbarskind    tschü       tschüß

Waddi na Wasser naß

Waddi   Wasser 

Wawa   
Tiere     

Stand vom März 2003 - 4 Jahre

 

Mama sagt, ich mache etwas das "ECHOLALIE" heißt????
Mama, red mal deutsch mit mir, bitteschön. Was ist denn das?
 
Ach soooo, es bedeutet soviel wie Nachhall. Ich wiederhole Wörter spontan (meist die letzten im Satz). Aber nochmal sagen würde ich die ja nie!! Macht euch keine falschen Hoffnungen.
 
Diese Echolalie-Wörter oder wie die heißen, rechnet Mama nicht zu meinem Wortschatz dazu.
 

Mama ist besonders stolz auf mein Wort "pi" für pieksen. Denn das habe ich selber, höchstpersönlich und ganz alleine einmal im richtigen Zusammenhang das erste Mal angewendet. Ich streichelte die Kiefer im Garten, sagte zuerst "ei" und dann - etwas überrascht - "pi". Weil sie gepiekst hat mit ihren Nadeln. Das war eine ganz besondere Situation. Seitdem gehört "pi" zu meinem festen Wortschatz und ich wende es bei passender Gelegenheit richtig an.

Im Vergleich dazu: als ich das Wort "hei" gelernt habe, hatte ich vorher an den heißen Wasserhahn gefaßt und meine Mama sagte "heiß!". Da habe ich kapiert was heiß ist und habe wiederholt "hei". Dann war auch "hei" Teil meines festen Wortschatzes.

Aber "pi" - das habe ich nicht wiederholt sondern alleine passend angebracht. Jaaa, ein dickes Lob war dann natürlich das mindeste von Mama...

 

 Bei mir war es schon immer so: Wörter gehen verloren, neue kommen hinzu. Mama hat sich selber den Begriff "fließender Wortschatz" dafür ausgedacht. Fließend ist die Hälfte meiner Worte, die andere Hälfte ist ganz fest, schon mindestens seit zwei Jahren. Die festen Worte habe ich zuerst gelernt. Mein allererstes Wort war übrigens "Mama" - nicht sehr originell, oder - und zwar gesprochen mit 12 Monaten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

 

 

 

 

 

  

  

   

   

   

    

   

   

   

 

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