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Stellt
euch vor... ihr
habt ein Baby von 7 Monaten. Eines Tages fällt es bei seinen ersten
Stehversuchen rückwärts um, mit dem Hinterkopf auf den Boden,
schreit erst mal laut, hört dann auf zu atmen, wird violett im
Gesicht, steif am ganzen Körper, bleibt für schreckliche 30 oder 40
Sekunden so steif und kann nicht einatmen, fällt plötzlich schlapp in
sich zusammen, wird käseweiß im Gesicht und sieht irgendwie tot aus.
Ihr könnt erst mal keine Atemzüge feststellen, seid völlig
aufgelöst und zu allem Überfluss auch noch alleine zu hause - was
tun? So ging es meiner Mama einmal mit mir. Bevor sie noch einen
klaren Gedanken fassen konnte oder ihrer Panik Herr werden, tat ich
ihr den Gefallen und bin wieder aufgewacht. War allerdings so müde,
dass ich gleich nochmals 3 Stunden schlafen musste.
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Was
dann folgte waren natürlich viele Arztbesuche, Kinderneurologie, EEG
- alles ohne Ergebnis. Epilepsie konnte man ausschließen. Meine Zustände
werden als
Affektkrämpfe
bezeichnet.
Mama hat sich irgendwann daran gewöhnt, ich sorgte oft für Aufsehen
in der Öffentlichkeit. Die Affektkrämpfe hatte ich manchmal 10 Mal
am Tag, bei Schmerz oder Zorn. Wenn ich müde, krank oder frustriert
war, stieg meine Bereitschaft dazu.
Die Gefahr!
dabei war der Sturz.
Ich bekam Affektkrämpfe auch im Stehen, fiel bei Eintritt der
Bewusstlosigkeit ohne Schutzreflexe einfach um, auf Fliesenböden oder
einmal die Treppe hinunter. Für Mama bedeutete das ständige
Wachsamkeit. War sie irgendwo im Haus und hörte mich losschreien,
registrierte dass ich nicht mehr einatmete, blieben ihr noch ca. 20 -
30 Sekunden um mich vor dem Sturz zu erreichen und aufzufangen. Naja,
so hält man seine Mama fit, nicht? Ich brauche sie doch noch.
Meine
Affektkrämpfe liefen bis auf 4 oder 5 Ausnahmen immer nach dem
besagten Muster ab.
Eines
Tages fand Mama im Internet eine Seite über Epilepsie. Im Anhang
wurden die Affektkrämpfe so exakt beschrieben, dass sie meinte, Dr.
Volkers schreibt über mich. Auch alle meine Ausnahmekrämpfe rücken
somit in den Rahmen nicht-epileptischer Affektkrämpfe. Da konnte sie
sich zum ersten Mal entspannen und tatsächlich verlief alles wie
vorausgesagt - meine Affektkrämpfe habe ich gegen das fünfte
Lebensjahr hin verloren.
Schaut
doch mal rein - es ist eine ausführliche Seite über Epilepsie.
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AFFEKTKRÄMPFE HABEN NICHTS MIT RETT ZU TUN! |
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